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Feb
2018
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Influencermarketing

Hallo Ihr Lieben,

vor Kurzem habe ich Euch in einem ausführlichen Beitrag über meine Arbeit als Social Media Managerin berichtet. Darin habe ich Euch verraten, dass ich ein großer Fan von Influencermarketing bin! Was Influencermarketing genau bedeutet und warum es immer beliebter wird, möchte ich Euch heute erzählen.

Als ich vor zwei Wochen bei der Fashion Week in Berlin zu Gast war, ist mir mal wieder aufgefallen: Immer mehr bekannte Blogger und Influencer sitzen in vorderster Reihe bei den Fashion Shows, umringt und gefeiert von Presse und Fachpublikum! Blogger werden intensiv von der Marke betreut. Warum? Weil Influencer heute zu den effektivsten Marketinginstrumenten überhaupt gehören!

Die Bezeichnung Influencer kommt von dem englischen Verb (to) influence, zu Deutsch beeinflussen. Influencer beeinflussen also die Meinung großer Menschengruppen. In Zeiten von Social Media haben sich Prominente, Musiker, Politiker und Blogger aus allen Gesellschaftsschichten große Online Communitys aufgebaut. Diese sogenannte Reichweite eines Influencers ist für Unternehmen besonders interessant, die diesen Meinungsmacher folglich gezielt für Marketing- und Kommunikationszwecke einsetzen möchten.

Influencer gibt es in allen Lebensbereichen. Nicht jeder Influencer betreibt einen Blog. Auf Youtube beispielsweise tummeln sich Reviews, Hauls und Tutorials zu nahezu allen Themen des menschlichen Alltags von Make Up über Technik bis hin zum Kochen. Mithilfe hochästhetischer Bilder und Videos wird den Followern eine Traumwelt suggeriert, aufgrund derer es sich lohnt, dem sympathischen Influencer nachzueifern.

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Die Influencer produzieren entweder in direkter Kooperation mit Unternehmen oder gemeinsam mit eigenen Shooting Teams Content für die unterschiedlichsten Kanäle mit dem Ziel, auf Basis des Vertrauens ihrer eigenen Community, die Bekanntheit von Marken zu steigern und deren Image positiv zu beeinflussen.

Produkte, die man seinen engsten Freunden früher per Mund-zu-Mund-Propaganda weiterempfohlen hat, kann ein Influencer heute im Handumdrehen tausenden Followern vorstellen.

Man unterscheidet dabei zwei grundlegende Arten von Influencern, die sich im wesentlichen an der Größe ihrer Community bemessen.

Micro-Influencer: Followerzahlen im vier- bis fünfstelligen Bereich, hohe Engagementrate, häufig themenspezifisch

Macro-Influencer: Followerzahlen im sechsstelligen Bereich aufwärts, prozentual weniger Engagement, weniger fachspezifisch

Start-Ups und jüngere Unternehmen konzentrieren sich in letzter Zeit zunehmend auf eher kleine Content Creator, die zwischen 1000 und 100.000 Follower haben. Denn diese Micro-Influencer sind nicht nur günstiger als die ganz großen Blogger, sondern haben auch eine viel intensivere und engere Beziehung zu ihren Abonnenten. Häufig teilen diese auf ihren Kanälen ihre Leidenschaft für ein bestimmtes Hobby. Sie konzentrieren sich hauptsächlich auf Themen wie Reisen, Fashion, Food und Lifestyle und versuchen ihren Followern zum Beispiel in Form von Blogbeiträgen einen intellektuellen Mehrwert zu schaffen, der über den einfachen Konsum von täglich tausenden sich ähnelnder Bilder auf Instagram oder Snapchat hinausgeht. Authentizität und Vertrauen sind hier deutlich ausgeprägter als bei Macro-Influencern, die aufgrund der enormen Größe ihrer Community häufig die persönliche Bindung zu ihren Followern verloren haben und weniger fachspezische, sondern vielmehr ichbezogene Beiträge posten. Mit Micro-Influencern lassen sich also ganz gezielt bestimmte Zielgruppen und Nischenmärkte ansprechen. Große Unternehmen mit entsprechend hohen Marketingbudgets engagieren natürlich nach wie vor auch die großen Macro-Influencer. Welches Unternehmen mit welchen Influencern zusammenarbeitet, ist also abhängig von Budget, Marketingstrategie und Zielgruppe. Im besten Fall pflegt ein Unternehmen Kooperationen mit sowohl Micro- als auch Macro-Influencern!

Ein geschickter Social Media Manager schafft es, das Marketingbudget auf einige, auserlesene Influencer zu streuen und genau die richtigen Menschen zu erreichen. Ich selbst setzte bei meiner Arbeit als Social Media Managerin vor allem auf die Zusammenarbeit mit Bloggern, die mittels Storytelling die Markengeschichte eines Unternehmens authentisch auf ihrem Blog erzählen. Ein hochwertiger Blogpost hat im Vergleich zu einem Instagram-Post, der innerhalb kürzester Zeit keine Aufmerksamkeit mehr generiert, weit mehr Vorteile. Unternehmen suchen täglich nach gutem Content für ihre eigenen Unternehmenskanäle. Blogbeiträge der gebuchten Blogger können zusätzlich kostenfrei von den Unternehmen auf den eigenen Kanälen geteilt werden und tragen zur Offsite Optimierung der eigenen Website bei. Blogger verbessern demnach mittels Backlinks innerhalb ihrer Blogbeiträge auch das Suchmaschinenranking der Auftraggeber. Ein weiterer positiver Nebeneffekt der Zusammenarbeit mit Bloggern! Langfristige Kooperationen mit Bloggern sind daher besonders lohnenswert und wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Marketingstrategie.

Entscheidend bei der Wahl des richtigen Influencers sind außerdem natürlich dessen Reichweite, das Engagement seiner Follower und die Qualität seines Contents. Um den perfekten Fit zwischen Unternehmen und Influencer zu generieren, muss auch der Influencer selbst hundertprozentig hinter dem Produkt stehen, das er vermarkten soll. Das Produkt muss sich sowohl thematisch als auch ästhetisch in den Gesamtcontent des Influencers einordnen, um die vorhandene Community zu überzeugen.

Unternehmen hoffen allerdings häufig darauf, den absoluten „Superstar“ des eigenen Marktsegments als Influencer gewinnen zu können. So hofft ein Sportswear Label zum Beispiel darauf, mit einem erfolgreichen Leistungssportler zusammenzuarbeiten, der nebenbei auch noch zahlreiche Instagram Stories, Blogposts und Fotos veröffentlicht. Dabei wird häufig vergessen, dass gerade diese Prominenten häufig gar nicht als Blogger tätig sind und kaum Zeit oder das nötige Know-How für die hochwertige Contentproduktion haben. Unternehmen haben hier häufig utopische Vorstellungen von ihrem perfekten Influencer, die in der Form oft gar nicht realistisch sind. Der perfekte Influencer ist wie bereits erwähnt nicht zwingend die Person mit dem höchsten Bekanntheitsgrad.

An dieser Stelle lohnt es sich, auf einen erfahrenen Social Media Manager zu vertrauen, der den Markt und die Bloggerszene intensiv beobachtet. Warum Praktikanten diese Aufgabe nicht übernehmen sollten, habe ich Euch bereits in meinem letzten Beitrag zum Thema Social Media Management verraten. Unternehmen beschäftigen heute teilweise riesige PR-Agenturen, die sich um nichts anderes kümmern! Unternehmen suchen sogar gezielt nach Influencermarketing Spezialisten und schreiben diese als gesonderte Stellen aus. Der Grund: Trends entstehen teilweise über Nacht und nur die sogenannten Early-Adopters haben die Chance, auf diesen immer wiederkehrenden Wellen des Erfolgs ganz oben zu schwimmen. Wer rechtzeitig auf Trends reagiert, kann seinen Umsatz häufig innerhalb kürzester Zeit enorm steigern. Doch dann heißt es auch langfristig am Ball zu bleiben!

Spontanität ist eben manchmal der Schlüssel zum Erfolg! So kann der aufmerksame Social Media Manager auch auf ganz aktuelle Bedürfnisse der Blogger reagieren. Ein Bloggerin vermisst ihr Glätteisen, das sie bei ihrer letzten Reise verloren hat? Das ist die Chance für Unternehmen, dieser Influencerin ihr Produkt zur Verfügung zu stellen. Ein pfiffiger Social Media Manager schickt dieser Bloggerin nun ein liebevoll gestaltetes Paket mit einem neuen Glätteisen und zeigt ihr damit, dass er sie gut kennt und um um ihr aktuelles Problem weiß. Mit etwas Glück bewerben so auch große Blogger quasi umsonst Produkte, von denen sie positiv überrascht wurden. Es ergeben sich also ständig Möglichkeiten zur erfolgreichen Platzierung hochwertiger Produkte! Man muss nur genauer hinsehen 😉

Um Marketingkosten zu sparen und ihr Produkt auf möglichst vielen Kanälen zu platzieren, bemühen Unternehmen sich übrigens um sogenannte Barter Deals. Ein Barter Deal ist eine Art Tauschgeschäft, bei dem der Influencer für seinen Beitrag Produkte „geschenkt“ bekommt. Man sollte meinen, es handele sich dabei um eine Win-Win-Situation für Unternehmen und Blogger… Ich bin allerdings gar kein Fan von Barter Deals!

Denn was viele nicht wissen: auch diese Ware muss versteuert werden! Barter Deals sind steuerrechtlich genauso zu behandeln wie herkömmliche Geldgeschäfte. Ein sündhaft teures Kleid kann daher ganz schnell zur Steuerfalle werden… Das macht Barter Deals für Blogger weniger interessant. Vollzeitblogger müssen außerdem von ihren Einnahmen leben und verdienen eine faire Bezahlung! Unternehmen, die zu viele Barter Deals machen, schaden ihrem Image und schaffen keine neuen Anreize für Blogger, Mühe und Zeit in contentstarke Beiträge zu investieren.

Aus Unternehmersicht sind Barter Deals natürlich sehr erstrebenswert, daher werden heute selbst der kleinen Bloggerin von nebenan zahlreiche Produkte angeboten. Micro-Influencer, die ihren Blog nur hobbymäßig betreiben, haben häufig aber noch gar kein Gewerbe angemeldet. Hier wird es knifflig… Häufig verlangen die Unternehmen darüber hinaus auch noch, dass sie den im Rahmen eines Barter Deals entstandenen Content des Influencers zusätzlich auch noch für ihre eigenen Kanäle nutzen dürfen. Aber wenn beispielsweise ein Fashion Blogger auf eigene Kosten Fotostrecken produziert und Produkte eines Unternehmens dann auf Instagram oder anderen Kanälen platziert, bleiben die Rechte für den Content trotzdem beim Blogger selbst! Unternehmen sollten diesen gegebenenfalls kostenpflichtig erwerben. Blogger, die im Tausch gegen Produkte, deren Warenwert häufig weit hinter den Aufwandskosten zurückbleibt, umfangreiche Beiträge verfassen und dann auch noch die Rechte an ihren Bildern abgeben, zerstören den Markt! Es bleibt zu hoffen, dass die Flut an Barter Deals in Zukunft abnimmt und mehr Budget für tolle Influencer bereitgestellt wird!

Da ich selbst sowohl als Social Media Managerin als auch als Model und Bloggerin tätig bin, kenne ich beide Perspektiven, die der Unternehmen und die der Blogger. Das hilft mir, den tatsächlichen Wert eines Social Media Beitrags abschätzen und Angebote vergleichen zu können. Ich weiß Qualität zu schätzen und weiß wieviel Arbeit in gutem Content steckt! So kann ich Unternehmen sowohl zu Kooperationen mit Influencern verhelfen, die sich auch langfristig mit der Marke identifizieren können und ihren Followern Produkte oder Dienstleistungen glaubwürdig präsentieren, als auch ein gutes Netzwerk und Verhältnis zu Influencern unterschiedlichster Nischen aufbauen, das auf gegenseitiger Wertschätzung beruht.

Die Bedeutung von Influencern wird weiter zunehmen und macht die Koordination durch einen Social Media Manager unverzichtbar. Ich bleibe auf jeden Fall ein großer Fan von Influencermarketing, hoffe aber, dass die Flut an Barter Deals bald der Vergangenheit angehört! Ich kämpfe weiterhin dafür, dass gute Leistungen auch entsprechend honoriert werden 😉

Zum Schluss noch ein Tipp für Unternehmen, die sich gerade noch ans Influencermarketing herantasten: Gebt Bloggern doch zum Beispiel im Rahmen einer Blogger Veranstaltung die exklusive Möglichkeit Euer Unternehmen kennenzulernen und kreiert Szenarien, innerhalb derer die Blogger sich mit Eurem Produkt bewegen und darstellen können. So könnt Ihr vorerst ziemlich genau kontrollieren, wie sich der Content rund um Euer Produkt gestaltet. Außerdem entwickeln die Blogger so auch eine persönliche Bindung zu Eurer Marke und begeistern sich auch für langfristige Kooperationen 😉

An meine lieben Modelkolleginnen: Es ist schön einen neuen kostenfreien Bikini eurer Wahl für den nächsten Sommerurlaub zu erhalten! Das unentgeltliche Bewerben des Bikinis ist die eine Sache… Wenn ihr den Unternehmen die Bilder im neuen Bikini auch noch kostenfrei für die Unternehmenskanäle zur Verfügung stellt, so zerstört ihr euren eigenen Zukunftsmarkt!

P.S.: Auch der geschenkte Bikini muss mit in die Steuer;) . Es wär viel schöner, wenn ihr dem Unternhmen eine Rechnung für eure Dienstleistung erstellt. 😉

Eure

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